Die aktuelle Predigt

Pfarrer Hans Veit

 

 

 

 

 

Hier finden Sie die aktuelle Predigt vom letzten Gottesdienst.

Aktuelle Predigt:

Gedanken

Ja, liebe Kinder und liebe Erwachsene, was hat der Nikolaus mit Advent zu tun – oder umgekehrt gefragt: Warum feiern wir den Nikolaustag ausgerechnet in der Adventszeit? Dazu soll uns heute ein Licht aufgehen.

 

Fragen wir zuerst: Was ist denn Advent? Warum laden wir jedes Jahr vor Weihnachten zu einer besonderen Besinnungszeit – der Adventszeit - ein?

 

Der Begriff „Advent“ kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet übersetzt „Ankunft“. Sprich: In der Adventszeit warten Christen in besonderer Weise auf die Ankunft Gottes hier auf Erden.

 

Eigentlich gibt es die Adventszeit schon längst über 3.000 Jahren. Damals verkündigten Propheten im Name Gottes: „Machte die Türen eurer Herzen weit auf. Denn der König Gottes kommt. Gott kommt in diese Welt. Gott kommt auf Erden, damit Friede werde.“ Über Generationen warteten Menschen in Israel darauf, dass dies geschieht. Sehnlichst erwarteten sie da Kommen Gottes – Adventszeit.

 

Vor 2.000 Jahren geschah dann das Wunder. An jedem Weihnachten feiern wir es. Gott kommt in einem kleinen Kind in unsere Welt. In armen Verhältnissen wird es geboren und wächst dort auf. In Jesus kam Gott in unsere Welt – und nur wenige Menschen haben das gleich begriffen. Erst viel später, als Jesus erwachsen war, als er Wunder tat, die nur von Gott kommen konnten, als er zum Tod am Kreuz verurteilt wurde, am Kreuz starb und von Gott wieder zum Leben erweckt wurde, gingen den Menschen die Augen und Herzen auf. Gott kommt in Jesus in unsere Welt und hat ein Zeichen gesetzt. Ja, da ging ihnen ein Licht auf.

 

 

Lied:

EG 555, 2: „Ein Licht geht uns auf“

 

 

Doch damit ist der Advent, das Warten auf Gott noch lange nicht zu Ende. Denn die Verheißungen der Propheten sind noch alle nicht erfüllt. Das Friedenreich Gottes steht noch aus. Die Zeit, in der es kein Leid, keinen Schmerz, keine Feinde und keinen Tod mehr gibt liegt noch vor aus. Auf diese Zeit warten wir - bis heute. Jedes Jahr soll die Adventszeit in uns die Erwartung warm halten: Gott kommt auf die Erde.

 

Und hier kommt der Nikolaus ins Spiel. Als die Kirche vor über 1.600 Jahre die Adventszeit mit den vier Sonntagen vor dem Weihnachtsfest einführte, lebte in der Türkei an der Ägäis-Küste Bischof Nikolaus. Myra heißt die Stadt, in der er wirkte.

 

Von seine Eltern erbte er viel Geld. Alle Voraussetzungen für ein schönes Leben waren gegeben. Viele Geschichten werden über ihn erzählt – ob alle ganz so waren, wie sie heute weiter gegeben werden, kann man bezweifeln. Vieles sind Legenden. Aber eines ist klar: Nikolaus von Myra war ein warmherziger Mensch, der den bedürftigen Menschen half. Bei der großen Hungersnot, von der wir gerade im Kindermusical hörten, hat er sich nicht in seinem Palast versteckt und sich dort ein schönes Leben gemacht. Nein, er ging unter die Menschen. Er sah ihr Elend. Er teiltet das, was er hatte mit ihnen. Sein Herz galt den Armen und Alten, den Kranken und Obdachlosen. Der menschenfreundliche Bischof war bekannt als volksnaher Mensch. Barmherzigkeit war sein Kennzeichen.

 

Was hat das mit Advent zu tun? Bischof Nikolaus wusste natürlich aus der Bibel, dass Jesus einmal wiederkommen wird. Und er wusste auch, dass Jesus nicht wollte, dass wir die Hände in den Schoß legen und einfach abwarten, bis er wiederkommt. Christen sollen heute schon Frieden leben. Sie sollen heute schon barmherzig miteinander umgehen und nicht erst, wenn er sein Friedensreich aufrichtet.

 

Ein Wort der Bibel hat Nikolaus sehr beschäftigt. Da sagt Jesus im Blick auf sein Wiederkommen: „Was ihr einer meiner geringsten Schwestern und Brüder getan hat, das habt ihr mir getan.“ Und Jesus beschreibt auch ganz genau, was wir einander - und damit auch ihm - tun sollen; ganz konkret: Mit den Hungernden dieser Welt sein Brot teilen. Den Durstigen zu Trinken geben. Den Fremden und Obdachlosen helfen und ihnen ein Dach über dem Kopf geben und sie mit dem Notwendigsten zu versorgen. Den Bedürftigen Kleidung geben. Kranke besuchen  und die Menschen im Gefängnis nicht vergessen. „Wenn ihr das tut,“ sagt Jesus, „dann tut ihr etwas Gutes für mich.“

 

Genau das hat Nikolaus aus Myra getan. Zu jeder Aussage Jesu könnten wir bei ihm eine Geschichte finden. Wie er Armen, Hungrigen, Durstigen und Kranken geholfen hat.

 

 

Lied:

EG 555, 3: „Ein Licht geht uns auf“

 

 

Adventszeit ist also Vorbereitungszeit und Erinnerungszeit: Jesus kommt wieder. Gott kommt in endgültig unsere Welt. Diese frohe Erwartung löst etwas in uns aus. Weil wir wissen, dass er kommt und wir einmal unser Tun und Lassen vor ihm verantworten müssen, wollen wir heute schon so leben, wie er es gern hätte. Weil wir wissen, dass wir nicht untätig auf sein Friedensreich warten sollen, sondern dass es bereits begonnen hat und auf Vollendung wartet, legen wir unsere Hände nicht in den Schoß, sondern leben Barmherzigkeit.

 

Jetzt wissen wir, was die Geschichte vom Nikolaus mit Advent zu tun hat. Adventlich leben heißt:

1. Ich besinne mich auf das Kommen Gottes in diese Welt. Ich lasse mich neue von der Hoffnung und Freude anstecken.

2. Ich erinnere mich, was Jesus gesagt hat. Wie wir heute leben sollen, bis sein Friedensreich vollendet wird.

3. Wir teilen heute schon unsere Gaben, so wie es Bischof Nikolaus tat.

 

Eigentlich ist es nicht richtig, dass wir am Nikolaustag beschenkt werden. Uns geht es doch fast allen gut! Eigentlich müssten wir uns am 6. Dezember verkleiden und den Armen und Bedürftigen, den Fremden und Obdachlosen, den Kranken und Einsamen in unserer Stadt etwas schenken. Mit ihnen das teilen, was wir im Überfluss haben. Natürlich ist es schön, wenn wir da auch an unsere Kinder denken – aber das war nicht der ursprüngliche Sinn.

 

Ich danke euch Kinder vom Kinderchor, dass ihr das uns gerade vorgespielt und vorgesungen habt. Eine Erinnerung adventlich zu leben. Sich auf Gott Kommen zu besinnen und Gutes tun und mit anderen zu teilen. So kommt Advents- und Weihnachtfreude auf.

 

Wenn ich kreativer wäre und mehr Zeit hätte, hätte ich Ihnen heute Morgen einen alternativen Adventskalender gebastelt. Hinter jedem Türlein wäre ein adventliches Hoffnungswort aus der Bibel und eine konkrete Idee, wem Sie heute Nikolaus sein könnten – also, wem Sie heute barmherzig sein könnten. Aber vielleicht ist das gar kein Problem: Vielleicht setzen Sie sich heute Nachmittag an den Tisch und machen eine Liste mit 24 Personen. Menschen, an die sie denken wollen. Menschen, für die Sie beten wollen. Menschen, denen Sie etwas Gutes tun wollen. Das kann eine Karte oder ein Brief sein, ein Besuch oder ein kleines Geschenk – vielleicht nur ein Telefonanruf oder oder… Phantasie haben Sie selbst.

 

In diesem Sinn wünsch ich Ihnen und uns allen einen gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Amen

 

Kontakt:

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